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Alles was man braucht – und nicht mehr.

Die Idee hinter dem Pavillon

Der Pavillon nahm seinen Anfang 2024, als ich zufällig einen Blick in eine Wagenbauwerkstatt in Winterthur erhaschte. Fasziniert und etwas tollkühn beschloss ich, in meiner Freizeit ein kleines Haus zu bauen. Keines dieser modischen Tiny Häuser, welche wie ein Container oder ein Wohnwagen daherkommen, sondern – ein Haus eben. Und schön soll es natürlich sein. Und nachhaltig. Und transportabel (weil ich keine Ahnung hatte, was ich danach damit anstellen sollte). Und ja, bezahlbar muss es auch noch sein.

Alter Wohnwagen

Kein Fahrzeug, sondern ein Haus

Auch wenn der Pavillon transportfähig ist, soll er nicht wie ein Container oder Wohnwagen wirken. Der Ausdruck soll Architektur sein, nicht Fahrzeug.

Obwaldner_Ökonomiegebäude

Referenzen aus Japan und Obwalden

Die Referenzen dafür stammen aus Japan und Obwalden – zwei Orte mit alten Holzbautraditionen. Sichtbare Holzfachwerke kombiniert mit der ruhigen, unaufgeregten Art der japanischen Inneneinrichtung.

Japanisches_Haus

Mit Liebe handgefertigt – in über 500 Arbeitsstunden

Die Grundkonstruktion des Pavillons besteht aus einem reinen Eschenholz-Fachwerk mit Schlitzzapfen und Holznägeln. Die Zapfenkonstruktion funktioniert wie ein Gelenk, und wird durch Diagonalen wieder ausgesteift. Durch diese Technik kann das Fachwerk einiges an Verformung und Biegung aufnehmen – zum Beispiel während des Transports.

Eliane Windlin ewindlin

Materielle Nachhaltigkeit ist wichtig, aber noch wichtiger ist die Gestalterische Nachhaltigkeit.
Nur so kann etwas über Generationen hinweg genutzt werden.

Eliane Windlin

Materialisierung

Im Innenraum sind die Oberflächen mit Birkensperrholz verkleidet – und mit spezieller Dichtmasse zur Konstruktion hin abgedichtet, um die Dampfsperre zu bilden. Das Birkensperrholz hat eine besonders schöne und ruhige Maserung, ohne dass das Holz zu gelblich oder rötlich wirkt – was gut zum ebenfalls hellen Eschenholz der Konstruktion passt.

Sämtliche Fensterrahmen für die ESG-Doppelverglasung, sowie die Verkleidungen der Fenster sind aus wetterfestem Eichenholz. Die Schalung hingegen aus sägerohem Tannenholz mit der Sicht- und spürbaren Spuren der Säge. Die Schalung sowie Verkleidungen sind mit schwarzer Ölfarbe gestrichen.

Modell

Das wichtigste Werkzeug im gesamten Gestaltungsprozess ist das 1:10 Arbeitsmodell. Gebaut aus leicht bearbeitbarem Modellbaukarton und Balsaholz. Als Arbeitsmodell ist es nur mit ´Gufe´-Nadle zusammengesteckt und ganz, ganz viel Doppelklebeband.

arbeitsprozess

Der gesamte Prozess vom Anfang der Planung bis zur Fertigstellung hat ca. ein Jahr gedauert. Während diesem Jahr habe ich jeweils zwei Tage pro Woche daran gebaut, insgesamt 550 Stunden. Als theoretische Planerin habe ich unglaublich vom Wissen der Mitarbeiter*innen von der Wagenbauwerkstatt Holzlabor profitieren dürfen. Mit Geduld haben sie mich in die Maschinen eingewiesen, Wissen geteilt, und Techniken gezeigt.

Ein unglaublich lehrreiches und befriedigendes Projekt, wird es mich noch lange begleiten!

Kontakt

Aktuell ist der Pavillon auf der Suche nach einem Ort, wo er von Menschen erlebt werden darf – am liebsten in meiner Heimat Obwalden. Hast du eine Idee? Schreib mir auf elianewindlin@gmail.com.

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